ottensen.de - Die StadtteilseiteReiseführer, Wenn Sie gar nicht wissen, wer oder was Ottensen ist, oder wenn Sie glauben, noch nicht alles über Ottensen zu wissen., Hamburg, Hamburger Stadtteil, Altona, Stadtteil Hamburgs, Ottensen, Ottenser, Ottensener, Szene, kostenlos, umsonst, Stadtführer, Reiseführer, Hamburg, City, Altona, Eimsbüttel, Hafen, Elbe, Strand, Fotos, Bilder, Pics
Anzeige


Netzwerk - Vereine, Branchen, Projekte...VeranstaltungskalenderPressespiegelEcholotReiseführer - Wissenswertes über OttensenKlüngelMarktplatzGastr-O-MeterSchnickschnackDie Weite WeltÜber ottensen.deSympathisantInnen
Reiseführer
Übersicht
Bilder: Historische Ansichtskarten

Spritzenplatz - © Nina Hugk
Spritzenplatz

Ottensen ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Altona. In der "Ottensen-Chronik" des Förderkreises Ottensen wird der Stadtteil treffend charakterisiert:

"Die Freie und Hansestadt Hamburg hat 104 Stadtteile. Einer davon heißt Ottensen. Er liegt im Hamburger Westen, genau neun S-Bahn-Minuten von der City entfernt. (...) Ottensen ist keinesfalls Hamburgs größter Stadteil. Es ist nicht sein bekanntester. Es ist nicht sein schönster. Es ist beileibe auch nicht sein modernster. Auch nicht sein elegantester. Aber viele sind einer Meinung: Ottensen ist Hamburgs lebendigster Stadtteil. Einige sagen: sein tolerantester. Andere fluchen: sein verwinkeltster. Manche sprechen von einer Kleinstadt im Westentaschenformat. Oder vom aufmüpfigsten Viertel der Hansestadt."

Früher war Ottensen ein altes Bauern- und Handwerkerdorf, das seit 1640 unter dänischer Herrschaft war und ab 1866 zu Preußen gehörte. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts entwickelte es sich zu einem bedeutenden Industriestandort Norddeutschlands.
Seit etwa 1960 begann ein Prozeß der Fabrikverlagerung und -schließung. Die Bevölkerungszahl nahm ab und in den Stadtteil wurde aufgrund der ungeklärten Zukunft nicht mehr investiert. Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen, StudentInnen und Ausländerfamilien zogen nach Ottensen.
Heute lebt noch immer eine bunte Mischung von Menschen in Ottensen, und der Stadtteil hat eine deutliche "Aufwertung" erfahren. Viele alte Häuser sind saniert worden, auch teurere Läden und Restaurants haben sich angesiedelt, billiges Wohnen in Ottensen wird zunehmend schwieriger.

Ottensen hat viel zu bieten. Es gibt viele kleine Läden, viele Restaurants und Kneipen, die zum Teil bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben. Es gibt die Zeise-Kinos und ein Angebot an alternativen Filmvorführungen im Lichtmeß. Musikveranstaltungen, Flohmarkt, Diskussionsrunden, Lesungen und anderes finden in der Fabrik, aber auch in den Stadtteilzentren Werkstatt 3 und Motte statt. Das Altonaer Museum und das Altonaer Theater sind gleich um die Ecke.
Oevelgönner Elbstrand an Wintertagen... - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Oevelgönner Elbstrand an Wintertagen...


...und in Sommernächten... - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
...und in Sommernächten...


...bei Hochwasser... - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
...bei Hochwasser...


...und zu Ostern - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
...und zu Ostern


Und besonders schön ist die Nähe zur Elbe. Am Elbstrand in Oevelgönne oder in den Parkanlagen kann man weite Spaziergänge machen, den Museumshafen besichtigen, mit einer kleinen Fähre von Neumühlen aus auf der Elbe herumschippern, im Sommer in der Sonne liegen, der Englandfähre nachwinken und den erleuchteten Hafen auf der anderen Seite des Flusses bei Nacht bewundern.

Was hier zum Teil "idyllisch" wirken mag, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch in Ottensen die gesellschaftlichen Widersprüche zunehmend offenkundiger werden. Armut, Obdachlosigkeit, Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen, Fremdenfeindlichkeit sind auch Teil des Alltags im Stadtteil. Zugleich gibt es in Ottensen viele Initiativen, die sich mit diesen Problemen konfrontieren und auseinandersetzen.

Einfahrt verboten - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Einfahrt verboten

Kommt man nach Ottensen, dann am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da Parkplätze schwer zu haben sind, das verwinkelte Straßennetz mit vielzähligen Einbahnstraßen schon so manchen Autofahrer zur Verzweiflung trieben, und der Stadtteil ohnehin durch den Verkehr überlastet ist.

Städtebaulich ist Ottensen geprägt durch den verwinkelten Verlauf der Straßen, in dem sich noch heute die früheren Feldwege abzeichnen; durch die sogenannten "Ottenser Nasen", das heißt die spitzen Gebäudeecken der mehrgeschossigen Wohnbauten, die in die spitzen Winkel der der alten Grundstücke gebaut wurden; durch die sogenannten "Dreiecksplätze"; durch erhaltene ehemalige Kleinwohnungshäuser für Handwerker und Fabrikarbeiter aus der Zeit des 19. Jahrhunderts.

Das Bahnhofsgebäude des Altonaer Bahnhofs war früher eines der imposantesten und wurde zwischen 1895 und 1898 nach den Plänen des Architekten Georg Eggert erbaut. Ende 1973 wurde dieses Gebäude abgerissen und ein nach damaligem Verständnis modernes Gebäude errichtet. Der Abriß wird heute von vielen bedauert, und in der Diskussion um die Zukunft des Altonaer Bahnhofs taucht immer wieder die Vorstellung auf, den Bahnhof nun für die Fernzüge ganz zu schließen.

Ottenser Hauptstraße - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Ottenser Hauptstraße


Ecke Am Felde - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Ecke Am Felde


Der Vorreiter aller Ramschläden musste 2000 nach fast 30 Jahren schließen - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Der Vorreiter aller Ramschläden musste 2000 nach fast 30 Jahren schließen


Markt auf dem Spritzenplatz - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Markt auf dem Spritzenplatz


Verläßt man den Altonaer Bahnhof in Richtung Ottenser Hauptstraße, dann ist man gleich mittendrin. Die Ottenser Hauptstraße ist eine belebte Einkaufsstraße, die bis zum Spritzenplatz für den Autoverkehr gesperrt ist. Hier kann man im Sommer, bzw. sobald die Temperaturen es zulassen, draußen in einem der Cafes oder Restaurants sitzen und das Treiben beobachten. Zur Weihnachtszeit findet hier ein Weihnachtsmarkt statt. Gleich zu Beginn der Straße findet sich auf der rechten Seite das Bismarckbad, ein sogenanntes Freizeitbad mit Saunabetrieb. Es wurde als eines der modernsten Hallenbäder Norddeutschlands 1911 erbaut und erst vor kurzem renoviert.
Gleich 100 Meter weiter steht das Mercado, in dem sich seit dem Frühjahr 1998 auch die Altonaer Bücherhalle befindet. Das Mercado ist ein Einkaufszentrum, um das es im Stadtteil, aber auch international, viel Streit gab und das dann trotzdem gebaut wurde.
Bei vielen OttenserInnen stießen die Pläne für den "Konsumtempel" auf Kritik. 1990 wurde ein gemeinsames "Mottenburger Manifest" von Initiativen, Parteien, Kirchen und Verbänden herausgeben, in dem die Situtation und möglichen Folgen eines Einkaufszentrums in den geplanten Dimensionen für den Stadtteil und seine BewohnerInnen beschrieben werden. Befürchtet werden höhere Mieten, Abbau von Arbeitsplätzen und zusätzlicher Verkehr.
1992 machte das geplante Projekt auch international Schlagzeilen, als bekannt wurde, daß sich auf dem Gelände die Überreste eines jüdischen Friedhofs befinden, der in den 30er Jahren von den Nazis zerstört und zubetoniert wurde. Orthodoxe Juden kamen aus aller Welt angereist und blockierten das Baugrundstück. Nach längeren Verhandlungen und Auseinandersetzungen fand der Oberrabbiner Jitzhack Kulitz aus Israel einen Kompromiß. Das Einkaufszentrum konnte auf dem Friedhof gebaut werden, es durften jedoch keine Ausschachtungsarbeiten stattfinden, d.h. auf Tiefgaragen oder ähnliches mußte verzichtet werden. Heute erinnert eine Gedenktafel im Mercado an die Toten auf dem jüdischen Friedhof.

Die Ottenser Hauptstraße verläuft weiter über den Spritzenplatz, einen der sogenannten Dreiecksplätze in Ottensen, deren Entstehung noch auf die dörfliche Vergangenheit Ottensens zurückzuführen ist. Auf dem Spritzenplatz findet (mit einer Unterbrechung von 1961 bis 1975) seit 1919 Wochenmarkt statt, und zwar dienstags und freitags. Am Samstag gibt es einen kleinen "Ökomarkt". Ob hingegen auf dem Ottenser Marktplatz (auch ein typischer Dreiecksplatz) ein paar Ecken weiter je ein Markt stattgefunden hat, ist nicht überliefert. In dem Abschnitt der Ottenser Hauptstraße vom Spritzenplatz bis zum "Kemal-Altun-Platz" (Ecke Reitbahn/Gr. Brunnenstraße) ist noch viel von der Bebauung der Jahrhundertwende erhalten.

Der Kemal-Altun-Platz 1990 - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Der Kemal-Altun-Platz 1990


Die 'Bühne' auf dem Kemal-Altun-Platz vor der Berufsgenossenschaft - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Die 'Bühne' auf dem Kemal-Altun-Platz vor der Berufsgenossenschaft

Wer den Kemal-Altun-Platz auf einer Hamburger Stadtkarte sucht, sucht vergeblich. Der Platz wurde inoffiziell von den HamburgerInnen so benannt, in Gedenken an den Türken Kemal Altun, der sich 1983 in Berlin aus Angst vor der drohenden Abschiebung aus dem Fenster stürzte.

Ursprünglich befand sich von 1868 bis in die 60er Jahre diese Jahrhunderts auf diesem Platz die Maschinenfabrik und Eisengießerei Menck & Hambrock. Nach Verkauf der Firma wurden die Firmengebäude 1979 abgerissen. In den 80ern begannen die OttenserInnen, diesen Platz als Freizeitfläche zu nutzen. Bäume wurden gepflanzt, Theater- und Filmvorführungen organisiert und ein Bauspielplatz eingerichtet. Zudem ließen sich aufgrund der Wohnungsnot Alternative und Obdachlose mit Bauwagen, Zelten und Bretterbuden nieder. Trotz des bestehenden Hamburger Bauwagengesetzes, das das Leben in fahrbaren Unterkünften verbietet, wurde der Bauwagenplatz bis Anfang der 90er geduldet. Dann mußten die BewohnerInnen dem Bau einer Berufsgenossenschaft weichen. Um größere Konflikte zu vermeiden, wurde den Bauwagen eine Ausweichfläche zur Verfügung gestellt.

Heute ist der Kemal-Altun-Platz umschlossen von einem Neubaukomplex des sozialen Wohnungsbaus und der fertiggestellten Berufsgenossenschaft. Die noch übrig gebliebene Freifläche dient als Spiel- und Fußballplatz für Kinder und Jugendliche aus der näheren Umgebung. Im Sommer finden (organisiert vom Stadtteilzentrum Motte) "Freilicht"-Veranstaltungen statt.

Bahrenfelder Straße - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Bahrenfelder Straße


Bahrenfelder Straße - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Bahrenfelder Straße

Die Bahrenfelder Straße gilt als älteste und wichtigste Haupstraße Ottensens, sie zieht sich von Süden nach Norden mitten durch den Stadtteil. Vorbei am Spritzenplatz und am Alma-Wartenberg-Platz bis zur Barnerstraße ist sie gesäumt von etlichen türkische Gemüseläden, "Schnick-Schnack-Läden" und anderen Geschäften. Um den Alma-Wartenberg-Platz (bis 1997 Friedenseichenplatz) gibt es viele Kneipen und im Sommer kann man hier draußen sitzen. An der Kreuzung Bahrenfelder Straße/Barnerstraße steht das bekannte Konzert- und Stadtteilzentrum Fabrik. Früher wurden hier Maschinen zur Holzbearbeitung hergestellt. 1971 stand die Halle zum Verkauf und ein Verein übernahm das Gebäude und baute es zu einem Veranstaltungszentrum aus. Die Fabrik wurde damit zu einem der ersten gelungenen Beispiele der Neunutzung industrieller Bauten und zum Vorbild zahlreicher ähnlicher Kulturzentren in Hamburg und anderen Städten.

Die Zeise-Ruinen 1990 - © Nina Hugk - Klicken zur Großansicht
Die Zeise-Ruinen 1990

Die Zeise-Hallen 1995 - © ADAC - Klicken zur Großansicht
Die Zeise-Hallen 1995

Die Hallen der ehemaligen Zeise-Fabrik (Ecke Bergiusstraße/Friedensallee) stellen ein ganz anderes Beispiel für so eine Neunutzung dar. Nachdem die Hallen mehrere Jahre leerstanden und verfielen, wurde ein Konzept für die Neunutzung entwickelt und nach achtjähriger Bauphase und ca. 20 Millionen Umbaukosten 1993 das Medienzentrum Zeise-Hallen eröffnet.

Heute gibt es hier ein Kino, kleine Galerien und Läden, ein Restaurant, und einen Filmverleih der Öffentlichen Bücherhallen. In regelmäßigen Abständen findet ein kleiner Kunsthandwerkermarkt statt.
Im ehemaligen Kontorhaus befindet sich das Filmhaus und auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Friedensallee) ist im ehemaligen Werk II das Medienhaus untergebracht. Früher waren die Zeise-Hallen die Werkhallen der Schiffs-Schraubenfabrik Zeise, die 1857 von Theodor Zeise gegründet wurden. Die Werkhallen wurden 1865 erbaut, und 1869 wurde hier die erste Schiffsschraube für den Dampfer "Germania" gegossen. Die Krise der Schiffsbauindustrie führte dazu, daß die Zeise-Fabrik 1979 Konkurs melden mußte.
Eine weitere ehemalige Fabrik findet sich im Hinterhof der Zeißstraße 28. Hier wurden 100 Jahre lang bis 1985 Drahstifte in der Drahtstiftefabrik Feldtmann hergestellt. Das Stadtteilarchiv Ottensen hat die Fabrik samt Einrichtung gerettet und 1989 in die Denkmalliste eintragen lassen. Zusammen mit der Initiative INCI ist es Nutzer des Gebäudes. In der Straße gibt es noch Häuser in der Bauweise des sogenannten Sahlwohnungsbaus (1861-1864), die in den vergangenen Jahren durch Selbsthilfe instandgesetzt wurden. Zu erkennen sind sie u.a. an ihren dreitürigen Straßenfronten.

Blick auf den Containerhafen von Övelgönne aus - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Blick auf den Containerhafen von Övelgönne aus

Sonnenuntergang im Museumshafen - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Sonnenuntergang im Museumshafen


In Hamburg ist es meistens grau... - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
In Hamburg ist es meistens grau...

...und das hat ja auch seinen Reiz. - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
...und das hat ja auch seinen Reiz.


Vor 1945 lieferten die über 50 Betriebe der Altonaer Fischindustrie 40 Prozent aller in Deutschland hergestellten Fischkonserven. Zahlreiche dieser Fischbetriebe und -räuchereien waren in der ehemaligen "Bückelsallee" im früheren "Kleinheringsdorf", dem Viertel um den Hohenesch, angesiedelt. Hier lebten viele arme Menschen, denn die Arbeit in den Fischfabriken zählte zu den schlechtbezahltesten und schmutzigsten Beschäftigungen. Das Bild des heutigen Hohenesch hat sich gänzlich geändert. Jetzt arbeiten hier eine Frauen-Metallwerkstatt und die Jugendhilfe Ottensen.

Verläßt man den Altonaer Bahnhof in Richtung Museumstraße gelangt man über den Paul-Nevermann-Platz zum Platz der Republik. Auf dem Paul-Nevermann-Platz steht der Stuhlmannbrunnen, benannt nach dem Gründer der Altonaer Gas- und Wassergesellschaft, aus dem Jahre 1897. Die Plastik stellt zwei Zentauren dar, die um einen Fisch streiten - ein Ausdruck der langen Konkurrenz der Fischereihäfen von Hamburg und Altona. Der Platz der Republik hingegen ist eine schöne Parkanlage zwischen Bahnhof und Altonaer Rathaus, in der sich bei schönem Wetter Menschen zum Boule-Spiel treffen. Am Ende des Platzes steht die "Black Box", ein Denkmal, das 1989 der US-amerikanische Künstler Sol Le Witt Hamburg schenkte, zur Erinnerung an die Juden, die im Nationalsozialismus umgebracht oder vertrieben wurden. Die jüdische Gemeinde zählte vor dem Beginn des Nationalsozialismus mehr als 2000 Mitglieder - 1943 gab es in Altona keine jüdischen Einwohner mehr.

In der Museumstraße findet sich -wie der Name schon sagt- das Altonaer Museum und gleich daneben das Altonaer Theater. Das Altonaer Museum wurde 1943 durch Bomben zerstört und in den 50er Jahren neu errichtet. Es dokumentiert die Geschichte Altonas, besitzt eine Sammlung von Gallionsfiguren alter Großsegler und integriert das "Deutsche Spielemuseum" mit Spielen aus der Biedermeierzeit, der Gründerjahre, der Zeit zwischen den Weltkriegen und etwa 700 neueren Spielen.

Das Altonaer Rathaus liegt an der Südseite des Platzes der Republik und ist heute Sitz der Bezirksversammlung und des Bezirkamtes Altonas. Es wurde auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände der Eisenbahnlinie Altona-Kiel in den Jahren 1896-1898 errichtet und feiert in diesem Jahr seinen 100sten Geburtstag. Vor dem Gebäude steht ein Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. von 1898, das an die Zeit nach 1867, als Preußen die Herrschaft über Schleswig-Holstein und auch Altona übernahm, erinnern soll und bereits deutliche Spuren völkischer Stilkunst zeigt.

Köhlbrandbrücke - © Stefan Schölermann - Klicken zur Großansicht
Köhlbrandbrücke

Ein Stück weiter westlich geht es zur Elbe hin wieder in Grünanlagen und zum "Altonaer Balkon". Von hier aus hat man einen sehr schönen Panoramablick auf den Hamburger Hafen und die Köhlbrandbrücke.

Ganz in der Nähe des Altonaer Rathauses steht die Christianskirche am Klopstockplatz. Die Kirche wurde 1735 bis 1738 als barocke Saalkirche erbaut und nach dem dänischen König Christian IV. benannt, der die Stadt Altona entscheidend förderte. Auf dem idyllischen Kirchhof finden sich alte Grabstätten, darunter auch das Grabmal des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), sowie seiner ersten Frau Meta und seiner zweiten Frau Elisabeth. Einen Abstecher lohnt auch die elbnahe Südseite der Klopstockstraße. In dem Haus 27-29 befand sich das ehemals dänische Zollhaus und auch die umliegende Bebauung stammt aus den Jahren 1845-1855 und weist typisch spätklassizistische Tradition aus. Neben der Klopstockterrasse liegt die Rainvilleterrasse, von der man ebenfalls einen schönen Blick auf die Elbe und Teile des Hafens hat.

Über die Rothestraße gelangt man in die Holländische Reihe, deren Name aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts stammt, als hier protestantische Flüchtlinge nach ihrer Vertreibung aus den Niederlanden ein neues Zuhause fanden. Zu sehen sind heute u.a. typische dreitürige Sahlhäuser (Nr.33-37) und das Wohnhaus (Nr.47) der Zigarettenfabrikanten Heydrich, die eine der ersten Zigarettenfabriken in Ottensen gründeten.
Gleich um die Ecke beginnt die Kirchentwiete, die einen Abstecher lohnt - sie ist eine der ältesten Straßen Ottensens. 1895 wurde hier im Haus Nr. 39 Fischers Privatschule gegründet. Ein Lager für Porzellanmaler, das 1921 zur dreigeschossigen Gewürzmühle umgebaut wurde, befand sich ursprünglich auf dem Gelände Nr. 37.
Wer sich schöne und auch interessante Häuser anschauen möchte und sich durch den starken Verkehr nicht abschrecken läßt, kann einfach ein Stück direkt an der Elbchaussee entlanglaufen. Bereits seit dem 17. Jahrhundert wuchs ihre Bedeutung als Standort großbürgerlicher Landsitze. Zu Beginn des 19. Jahrhundert hatte sie noch den Charakter einer einfachen Landstraße, was heute angesichts des Verkehrs kaum noch vorstellbar ist. Ganz am Anfang der Elbchaussee steht das Heine-Haus (Nr.31) aus dem Jahre 1832, in dem sich eine Galerie und Ausstellungsräume befinden. Hier lebte der Onkel des Dichters Heinrich Heine, der Bankier Salom Heine. Ein Stück weiter an der Ecke Fischers Allee hingegen findet sich ein ganz anderes sehenswertes Haus. Hier steht die "Villa Kunterbunt" des Architekten Heinrich Stöter, der seine Stilrichtung "poetischen High-Tech-Barok" nennt. Regenwasser, das für die Hausversorgung aufbereitet wird, wird mit einem großen orangefarbenen Trichter auf dem Dach aufgefangen, Solarzellen liefern Strom.
Gleich um die Ecke liegt der Fischers Park mit großer Wiese, Spiel- und Fußballplatz sowie einer Grillvorrichtung, kurz mit Platz für große und kleine Leute.

Soweit ein Ausschnitt von Ottensen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine ganze Fülle von anderen interessanten Ecken und Straßen zu entdecken - auf eigene Faust oder mit Hilfe des Stadtteilarchivs Ottensen.




Literaturhinweise
Bildnachweise



Zum Seitenanfang   © 1998 - 2017 ottensen.de
--------------------- Kontakt: 
Startseite |
Netzwerk | Veranstaltungskalender | Pressespiegel | Echolot | Reiseführer | Klüngel
Marktplatz | Gastr-O-Meter | Schnickschnack | Die Weite Welt | Über ottensen.de | SympathisantInnen
---------------------